26.04.2010: Pressemitteilung

Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten am gestrigen
Sonntagnachmittag knapp 120 Ausbaugegner gegen den geplanten Bau der 190m-
Riesenschleuse in Kleinmachnow. Am Internationalen Tag des Baumes hatte die Bürgerinitiative
„pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ zur Demonstration gegen den Schleusenausbau
und die damit verbundenen Baumfällungen aufgerufen.
Redner mehrerer Parteien unterstützten in ihren Redebeiträgen den parteiübergreifenden Bürgerprotest.
Cornelia Behm, Mitglied der bündnisgrünen Fraktion im Deutschen Bundestag,
forderte die Entscheidungsträger in Bund und Land auf, sich vor Ort ein Bild von der wirklichen
Situation zu machen, die Ausbaualternativen im Sinne der Natur zu prüfen und im Interesse
der in der Region lebenden Menschen abzuwägen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung
und Fraktionsvorsitzender der Linken in Kleinmachnow, Klaus-Jürgen Warnick, stellte
die ökonomische und ökologische Sinnlosigkeit des überdimensionierten Schleusenprojektes
heraus. Der Ortsvereinsvorsitzende der SPD, Matthias Schubert, warnte im Hinblick auf
leere Staatskassen vor den immensen Investitionskosten des 190m-Schleusenausbaus, denen
kein adäquater Nutzen gegenüberstehe. Herr Günter Käbelmann, Archivar des Heimatvereins,
berichtete zum Nordahl-Grieg-Denkmal, welches durch den Schleusenausbau gefährdet ist. Er
würdigte dabei die Verdienste des norwegischen Dichters und Widerstandskämpfers Nordahl
Grieg, der 1943 mit einem britischen Bomber nach Beschuss durch die Luftabwehr am Machnower
See abstürzte und mit der übrigen Besatzung ums Leben kam.
Ursula Theiler, Sprecherin der Bürgerinitiative, rief dazu auf, den Protest vor Ort mit aller
Entschlossenheit fortzusetzen, um durch verstärkten öffentlichen Druck ein Umdenken der
Entscheidungsträger zugunsten einer bedarfsgerechten und naturverträglichen 115m-Schleuse
und einen endgültigen Baustopp der überdimensionierten 190m-Schleuse zu erreichen. Mit
neuen Ideen wurde der Protest lebendig. Für fünf der am See-Ufer bedrohten alten Bäume
wurden mit viel Spaß und reger Teilnahme Patenschaften versteigert, so dass nun auch Menschen
die Bäume beschützen. Der Versteigerungserlös kommt der weiteren Finanzierung des
Schleusenprotestes zugute. Die Kinder malten Wunschbäume, welche im Anschluss an die
Demo in einer Kinder-Galerie am Weg zum Ufer des Machnower Sees ausgestellt werden.
Die nächste Protestveranstaltung soll noch vor Beginn der Sommerferien stattfinden.

Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“
Ansprechpartner:
Dr. Gerhard Casperson, Tel. 033203 24002,
Gerhard Hallmann, Tel. 033203 21531,
Dr. Ursula Theiler, Tel. 033203 389922.

Kleinmachnow, 26.4.2010

23.03.2010: PNN
Behm fordert Aufgabe von Großprojekten