24.11.2009: MAZ



Jürgen Stich über Schleusenausbau und Landesregierung



Die Entscheidung der neuen Bundesregierung, mit dem Ausbau der Schleuse in Kleinmachnow nun definitiv im Frühjahr 2010 beginnen zu wollen, hat den Streit um das Millionenprojekt wieder aufleben lassen. Umweltverbände und Politiker der Region warnen vor der geplanten 190 Meter langen Kammer. Große Schubverbände seien auf dem Teltowkanal eher die Seltenheit, es reiche eine kleinere Schleuse. Damit könnte nicht nur Geld gespart werden, die Eingriffe in das Landschaftsbild wären ebenfalls verträglicher. Dagegen argumentieren die Wasserbauer, dass eine kürzere Schleusenkammer Schubverbände zum Entkoppeln zwinge. Die dann notwendig werdenden Wartestellen müssten ins Ufer gegraben werden – die 190-Meter-Variante sei deshalb ökologisch am verträglichsten.
Welcher Argumentation am Ende auch immer gefolgt wird, es ist für alle Beteiligten enttäuschend, dass sich die Landesregierung Brandenburg aus der Debatte bislang in sträflicher Weise heraushält. Sie nehme die Entscheidung zum Schleusenausbau „zur Kenntnis“ ließ sie jüngst über einen Staatssekretär verlauten. Das klingt nicht gerade nach Gestaltungswillen der neuen Verkehrsministerin. Zur Erinnerung: Teltowkanal und Kleinmachnower Schleuse sind märkische Bauwerke.
MAZ, 24.11.2009

09.12.2009: MAZ
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