24.11.2009: MAZ

Der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamts Berlin, Rolf Dietrich, hat den Ausbau der Kleinmachnower Schleuse auf 190 Meter gegen Kritik aus Umweltverbänden und Politikern der Region verteidigt. Die Wasserstraßen im Südosten Berlins könnten „auch im Krisenjahr 2009 ein nachhaltiges Wachstum aufweisen“, sagte Dietrich gestern. Auf anderen Verkehrsträgern gebe es dagegen einen Rückgang im Güterverkehr von bis zu 20 Prozent im Ladungsaufkommen.



Erfolg auf den Wasserstraßen

Der Erfolg auf den Wasserstraßen kann laut Dietrich am Ladungsaufkommen auf dem Teltowkanal als Bindeglied zwischen der Spree-Oder- und der Unter-Havel-Wasserstraße gemessen werden. Dort habe sich der Güterdurchgang an der Kleinmachnower Schleuse in den vergangenen Jahren „nahezu verdreifacht“. „Für das Jahr 2009 erwarten wir erneut ein Wachstum von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen absoluten Güterdurchgang von mehr als einer Million Gütertonnen.“ Im Oktober habe das Ladungsaufkommen auf dem Teltowkanal sogar um 20 Prozent über dem Oktober des Rekordjahres 2007 gelegen, so Dietrich. Wie berichtet, hatte das Bundesverkehrsministerium vor wenigen Tagen die Verlängerung der Schleusen-Nordkammer in Kleinmachnow auf 190 Meter bestätigt. Die europaweite Ausschreibung für die Bauarbeiten, die im Frühjahr 2010 beginnen sollen, läuft.



Heftige Kritik am Schleusenausbau

Doch an dem 40-Millionen-Euro-Projekt gibt es Kritik. 180 Meter lange Schubverbände, die in einem Zug geschleust werden müssten, würden auf dem Teltowkanal gar nicht verkehren, heißt es von Umweltverbänden. Sie plädieren für eine 115 Meter lange Kammer, zumal nachfolgende Schleusen ebenfalls in diesen Maßen neu gebaut werden. Jüngstes Beispiel ist die Schleuse Kersdorf. Für den Ausbau der dortigen Nordkammer auf 115 Meter ist laut Dietrich gestern der Bauauftrag erteilt worden.
(sti)
MAZ, 24.11.2009

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