23.01.2014: Pressemitteilung

Pressemitteilung BI "pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse" vom 23.1.2014

Platz für Rekorde in der Kleinmachnower Schleuse


Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um einen 130m-Ausbau der Kleinmachnower Schleuse spricht sich die Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ erneut gegen jegliche weiteren Ausbaupläne für die Kleinmachnower Schleuse aus. Der Ausbau wäre wirtschaftlich und ökologisch völlig unsinnig.

Dass derzeit, wie aktuell von der Ausbaulobby in den Raum gestellt, „Rekordzahlen“ an der Kleinmachnower Schleuse erreicht werden, ist nicht zutreffend. Das Verkehrsaufkommen bleibt immer noch unter dem in den 90’er Jahren erreichten Spitzenwerten. Aktuelle Verkehrsstudien sehen keine signifikanten Steigerungen des Güterverkehrs auf den Binnenwasserstraßen voraus (vgl. z. B. Planco Gutachten im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde). Dabei ist die Kleinmachnower Schleuse mit den genannten „Rekordzahlen“ von etwas mehr als 1 Mio Gütertonnen pro Jahr nicht einmal zu 15% ausgelastet und könnte die von den Ausbaubefürwortern prognostizierten 5 Mio. Tonnen Transportvolumen p.a. leicht verkraften!

Die auf dem Teltowkanal zugelassenen Schubverbände können die Kleinmachnower Schleuse aufgrund dreier parallel nutzbarer Schleusenkammern schnell und ohne Einschränkungen passieren.
Sie erzielen dabei einen Zeitvorteil gegenüber größeren Schleusen mit nur einer Kammer, da Schubverbände parallel geschleust werden können. Unser Eindruck ist vielmehr, dass an der Kleinmachnower Schleuse mit einer 130m-Schleuse Tatsachen für einen weiteren Ausbau des gesamten Teltowkanals von der derzeitigen Wasserstraßenklasse (WSK) IV auf die nächst höhere WSK V für Großmotorschiffe (bis 110m Länge) geschaffen werden sollen.

Bei einem Schleusenausbau auf 130m Länge sind zudem massive Eingriffe in die Uferlandschaft zu erwarten. Das Vorhaben wird daher aus Gründen des Naturschutzes strikt abgelehnt.

Unsere BI befürwortet die Binnenschifffahrt als ökologisches Transportmittel. Um die Binnenschifffahrt jedoch als modernes Verkehrsmittel attraktiv zu machen, muss es vielmehr darum gehen, die Schiffe und Logistikkonzepte an die bestehenden Wasserwege anzupassen, anstatt permanent kostenintensive, ökonomisch nicht zu rechtfertigende und naturschädigende weitere Ausbauten der Wasserstraßen zu fordern.

Der Beschluss des Bundesverkehrsministers vom November 2010, auf einen weiteren Ausbau der Nordkammer zu verzichten und eine Sanierung der Schleuse vorzusehen, wird aus Aspekten des Naturschutzes und der ökonomischen Vernunft vollkommen unterstützt.


23.01.2014: pnn
19.03.2015: MAZ