20.02.2010: MAZ

Gegner des Schleusenausbaus treffen sich morgen

Trotz der Abstimmungsniederlage im Landesverkehrsausschuss am vergangenen Donnerstag (MAZ berichtete) wollen die Gegner des Schleusenausbaus in Kleinmachnow noch nicht aufgeben. Bürgerinitiativen und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben deshalb für morgen ab 16 Uhr zu einer erneuten Demonstration an die Schleuse eingeladen. Dort wollen sie gemeinsam mit Bürgermeistern der Region und interessierten Einwohnern für den Bau einer 115 Meter langen Schleusenkammer werben. Bundesregierung und Wasserbehörden favorisieren eine 190 Meter lange Kammer.

„Die Kundgebung richtet sich gegen die bevorstehenden Baumfällungen“, sagte Winfried Lücking vom BUND gestern. Betroffen wäre der Uferbereich unterhalb der Neuen Hakeburg. Nach Angaben des BUND sollen 140 Bäume fallen, darunter viele wertvolle Exemplare. Bereits vor einer Woche wurden an den Bäumen „Havelmännchen“ befestigt. Die Papp-Kobolde sollen den Protest gegen die Fällungen ausdrücken.

Dennoch gilt die Entscheidung im Landesverkehrsausschuss als Signal dafür, dass der Baustart für Sanierung und Ausbau der Kleinmachnower Schleuse demnächst erfolgen wird. Nach Informationen dieser Zeitung stehen die Firmen bereits in den Startlöchern. Auch die Baumfällungen hätten längst begonnen, doch wollten die Behörden offenbar die politische Entscheidung im Landtag noch abwarten. Dort gibt es eine Mehrheit für die 190-Meter-Kammer, weil SPD, CDU und Linke sich für diese Variante aussprechen.

(Von Jürgen Stich)
MAZ, 20.2.2010

19.2.2010: PNN
20.02.2010: PNN