17.12.2010: MAZ



Antje Schroeder zum Ausbaustopp der Schleuse in Kleinmachnow

Zukunft verbaut



Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will den Osten offenbar zum Biotop für Auenwälder und historische Lastkähne machen. Nachdem er den Aus- und Neubau der Schleuse in Kleinmachnow gestoppt hat, sollen nun weitere Kürzungen folgen. Das ist kurzsichtig. Zwar mögen die Güterverkehrsströme auf Havel und Oder nicht denen am Rhein entsprechen, jedoch gilt für Schifffahrtswege wie für Straßen: Jedes Angebot schafft sich hier seine Nachfrage. Eine von sechs auf acht Spuren erweiterte Autobahn ist bald wieder voll. Wenn moderne Güterschiffe nicht durch eine Schleuse passen, befahren die erst gar nicht die dazugehörige Wasserstraße. Und noch ist nicht klar, welche Tonnagen einmal durch Brandenburg geschippert werden könnten – man denke nur an die rasante Entwicklung in Polen. In Kleinmachnow verbaut Ramsauer sogar ohne Not Zukunftschancen, da ein Neubau kaum mehr gekostet hätte als die trotzdem fällige Instandsetzung. Das ist nicht nur wirtschaftlich unbefriedigend, sondern auch ökologisch. Schließlich ist der Wasserweg die umweltfreundlichste Transportart. Nun werden noch mehr Güter im LKW durch die Gegend gefahren.

MAZ
17.12.2010

17.12.2010: MAZ
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