17.02.2011: Pressemitteilung

Bürgerinitiative „ pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“
Projektgruppe im
Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben / Bäketal e.V.

Pressemitteilung (17.02.1011):

Kein wirtschaftlicher Vorteil durch größere Schleuse in Kleinmachnow

Mit großem Befremden verfolgt die Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ die Aktivitäten
der Landesregierung und des neu gegründeten Aktionsbündnisses „Weitblick – Teltowkanal 3 Mio+“
gegen den Ausbaustopp der Kleinmachnower Schleuse. Der Beschluss von Bundesverkehrsminister Dr.
Peter Ramsauer im vergangenen November, die Kleinmachnower Schleuse nicht weiter auszubauen, sondern
lediglich zu sanieren, stellt aus Sicht der Bürgerinitiative sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer
Hinsicht die vernünftigste Lösung dar.
Zwar begrüßt die Bürgerinitiative das Bestreben des Aktionsbündnisses der Ausbaubefürworter „Weitblick –
Teltowkanal 3 Mio+“, mehr Verkehr auf die Binnenschifffahrt verlagern und ein Güterverkehrsvolumen von
„3 Mio+“ auf dem Teltowkanal erreichen zu wollen. Jedoch ist in keinerlei Hinsicht nachvollziehbar, wie
mit dem angestrebten Wachstumsziel ein Großausbau der derzeit völlig unterausgelasteten Kleinmachnower
Schleuse gerechtfertigt werden soll.
Nur etwa fünf Güterschiffe fahren durchschnittlich pro Tag und Richtung durch die Schleuse, davon nicht
einmal ein Regelschubverband (bis 125 m Länge) pro Woche. Nur knapp 1 Mio. Gütertonnen werden pro
Jahr durch die Kleinmachnower Schleuse transportiert (bei einer Schleusungskapazität von ca. 8,3 Mio.
Gütertonnen pro Jahr). Sie ist damit nur zu ca. 12% ausgelastet und könnte in ihrer jetzigen Größe ein
Vielfaches der vom Aktionsbündnis angestrebten “3 Mio+“ verkraften,
wobei aktuelle Prognosen langfristig
kein signifikantes Wachstum der Güterbinnenschifffahrt voraussehen. Zudem hat sich durch die Instandsetzung
der Mittelkammer der Schleuse im vergangenen Sommer die Schleusungskapazität zusätzlich
erhöht, da Regelschubverbände gleichzeitig durch die nördliche und die mittlere Schleusenkammer geschleust
werden und somit auch zeitaufwendige Koppelmanöver weitgehend entfallen.
Die Kleinmachnower Schleuse stellt keineswegs, wie von Ausbaubefürwortern behauptet, ein „Nadelöhr“ der
europäischen Binnenschifffahrt auf dem Weg nach Osteuropa dar. Auf dem Teltowkanal können die zugelassenen
Güterschiffe (bis zu 80 m lang, Wasserstraßenklasse IV) nicht weiter nach Osten fahren, da die
Kanalstrecke im weiteren Verlauf nur noch für kleinere Schiffe (Wasserstraßenklasse III) zugelassen ist, und
die nächste Schleusenkammer in Fürstenwalde nur noch eine Länge von 67m aufweist. Für alle größeren
Güterschiffe führt der Verkehrsweg nach Osten über die Berliner Nordumfahrung und nicht über den Teltowkanal.
Eine größere Schleusenkammer bringt gegenüber der jetzigen Schleusenanlage keine wirtschaftlichen
Vorteile, weder in Hinsicht der Schleusungskapazität noch deutlicher Zeitvorteile für die passierenden
Güterschubverbände.
Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Sparmaßnahmen stellt die
Umsetzung der kostengünstigsten Variante (Sanierung der Schleusenkammer) die sinnvollste Lösung dar.
Aus ökologischer Sicht stellt der Ausbaustopp ebenfalls die beste Lösung dar, da die Sanierung der Schleusenkammer
keinerlei Eingriffe in die Natur erfordert.
Bereits im Jahr 2001 wurde in einer Studie der IHK festgestellt, dass eine Verlagerung des Güterverkehrs
von der Straße auf den Wasserweg nicht einfach durch einen weiteren Ausbau der Wasserstraßen zu erreichen
ist. Vielmehr müsse sich die Binnenschifffahrt wesentlich stärker an den Erfordernissen einer modernen
und flexiblen Logistik orientieren. – Diese Erkenntnis scheint sich bislang kaum durchgesetzt zu haben.
Von „Weitblick“ zeugt das Vorgehen des Aktionsbündnisses und der Landesregierung aus Sicht der Bürgerinitiative
nicht.

Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“
Ansprechpartner:
Dr. Ursula Theiler, Tel. 0170 3113101,
Dr. Gerhard Casperson, Tel. 033203 24002.

17.02.2011: Positionspapier
17.02.2011: pnn