15.12.2010: Pressemitteilung

BUND zur Forderung von Vogelsänger nach dem Bau einer 115 Meter langen Schleuse in Kleinmachnow

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußert sich kritisch zur Forderung von Verkehrsminister Vogelsänger, in Kleinmachnow eine 115 Meter lange Schleuse zu errichten. Mit dem Beschluss des Bundesverkehrsministeriums zur Sanierung der bestehenden Schleusenkammer und dem Verzicht sowohl auf den Bau einer 115 Meter als auch einer 190 Meter langen Schleuse wird die ursprünglich vom BUND und der Bürgerinitiative Kleinmachnow geforderte Position nun umgesetzt. Im Verlauf der jahrelangen Auseinandersetzungen um das Großprojekt hatten BUND und Bürgerinitiative als Kompromiss sogar eine Schleusenkammer der Standardlänge von 115 Meter akzeptiert. Umso mehr sind BUND und Bürgerinitiative erfreut, dass auf den Ausbau nun komplett verzichtet wird. Die Sanierung erfordert keinerlei Ufereingriffe. Damit bleiben die wertvollen Uferlandschaften im Landschaftsschutzgebiet am Machnower See und entlang des Nordufers des Kanals - ein Naherholungsgebiet der Bürger von Kleinmachnow - vollständig erhalten.

"Nachdem der Bau einer 190 Meter langen Schleuse von Bundesseite vom Tisch ist, will der Brandenburger Minister zumindest den Neubau auf 115 Meter Länge doch noch durchsetzen, dafür ändert er ohne Probleme seine Argumentation. Bisher propagierte er, dass die große Schleuse von 190 Metern die ökologisch bessere Variante sei. Heute betrachtet er den Neubau der kleineren Schleuse als eine dem Naturschutz gerechtere Lösung. Offensichtlich ist Minister Vogelsänger jedes Argument Recht, wenn denn ein Neubau dabei herausspringt," so Burkhard Voß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.

Die Schleusungskapazität der jetzigen 82 Meter langen Schleuse ist sowohl hinsichtlich der zu schleusenden Schiffslängen, als auch des Schleusungsaufkommens des Teltowkanals langfristig ausreichend. Die Schleusenanlage ermöglicht das parallele Schleusen eines entkoppelten Schubverbandes in zwei Schleusenkammern der auf dem Kanal zugelassenen Regelschubverbände der Länge von bis zu 124 Meter. Der Schleusenvorgang bei der bestehenden Schleusenkammer ist der gleiche, wie bei einer 115 Meter langen Kammer und bringt demgegenüber keinerlei Vorteile.

Das "Nadelöhr" der europäischen Binnenschifffahrt auf dem Weg nach Osten ist der Oder-Spree-Kanal mit der kleineren Wasserstraßenklasse III und der Schleusenkammer in Fürstenwalde (67 Meter). Die für den Teltowkanal zugelassenen Güterschiffe der größeren Wasserstraßenklasse IV können dort nicht weiter fahren.

"Sollte sich auf dem Teltowkanal entgegen der letzten Prognose des Bundesverkehrsministeriums, in der für 2025 davon ausgegangen wird, dass der Binnengüterverkehr auf den Wasserstraßen Brandenburgs sich weiter verringert, wider Erwarten doch ein signifikantes Verkehrswachstum ergeben, so könnte die Kleinmachnower Schleuse mit ihrer jetzigen Kapazität eine Verzehnfachung des Güterverkehrs verkraften. Eine wirtschaftliche Befahrung für die Binnenschifffahrt ist auch bei einer Instandsetzung jetzt und in Zukunft gewährleistet", erklärt Winfried Lücking, Leiter BUND-Flussbüro.

15.12.2010

17.12.2010: pnn
15.12.2010: Pressemitteilung