15.12.2010: MAZ



Wasserbauschule vor dem Umbau

Berufsbildungszentrum Kleinmachnow errichtet Neubau / 60-Jahr-Feier 2011



KLEINMACHNOW - Pünktlich zu ihrem 60-jährigen Jubiläum will sich die Wasserbauschule Kleinmachnow für die Zukunft rüsten. Dazu gehöre eine Neuordnung des rund 50 000 Quadratmeter großen Geländes an der Kleinmachnower Schleuse, sagte Uwe Goy, Leiter des Berufsbildungszentrums der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (BBiZ) im Gespräch mit der MAZ. So soll etwa ein eingeschossiges Mehrzweckgebäude errichtet werden, um das Raumangebot des Bildungszentrums an die gestiegenen Anforderungen anzupassen, so Goy.
Die Anfänge des noch heute allgemein Wasserbauschule genannten Berufsbildungszentrums liegen beim Wasserstraßenamt (WSA) in Brandenburg an der Havel. Dort siedelte man am 1. August 1946 eine Wasserbauschule an. Am 1. April 1951 bestiegen 27 Lehrlinge mit Sack und Pack einen MAN-Bus mit Dachgepäckträger, erinnert sich der Teltower Werner Polzin, der seine Lehrzeit in Torgau begann und fast ein halbes Jahrhundert an der Wasserbauschule Kleinmachnow lernte, lehrte und plante. Mit vom Regen durchweichten Gepäck erreichten sie die neue Schule an der Schleuse. Die seit 1. Januar 1995 dann „Berufsbildungszentrum Kleinmachnow“ genannte Einrichtung steht heute als eine von zwei Bildungsstätten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an der Seite von Koblenz.
Vom 17. bis 19. Juni 2011 sollen 60 Jahre Wasserbauschule in Kleinmachnow während des Schleusenfestes zünftig gefeiert werden, sagt Goy, der zum Termin auf dem Schulgelände einen Tag der offenen Tür plant. „Dem U-förmigen neuen Mehrzweckgebäude wird die alte und marode Turnhalle auf dem Gelände leider weichen müssen“, erläutert Goy. Den mit der Neugestaltung frei werdenden rückwärtigen Teil des Areals möchte die Gemeinde als Grünfläche sichern. Zugleich sollen Voraussetzungen für einen Rad- und Gehweg am Ufer geschaffen werden.
Die zum BBiZ-Gelände gehörende denkmalgeschützte Wohnsiedlung am Kanal steht unterdessen als komplettes Ensemble zum Verkauf. Bisheriger Preis: knapp eine Million Euro. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), seit knapp zwei Jahren Eigentümerin des gesamten BBiZ-Grundstücks, erwartet aktuell eine einfachere Vermarktung, nachdem der Ausbau der Schleuse jüngst gekippt worden ist. So hatten manche Interessenten Bedenken wegen des Ausbaus geäußert, sagte Stephan Regeler, Hauptstellenleiter bei der Bima für Berlin Potsdam zur MAZ. Offiziell ist der Planfeststellungsbeschluss zum Schleusenausbau allerdings noch nicht aufgehoben.
Der geplante Neubau mit einer Grundfläche von 1300 Quadratmetern wird unter anderem Seminar- und moderne Schulungsräume für die Aus- und Weiterbildung enthalten, sagt Goy. Die Baufläche liegt zwischen den Internatsgebäuden und dem Sportplatz und der alten Halle, die weichen müssen.
„Die Bima wird den Neubau errichten, wir sind Mieter“, erklärt der Leiter des Bildungszentrums. Mit dem Baustart rechnet Goy Anfang 2013, eventuell auch früher, denn der Wegfall des Schleusenausbaus könnte auch hier die Sache beschleunigen. Mit dem neuen Mehrzweckgebäude so Goy, sei das Berufsbildungszentrum Kleinmachnow gut gerüstet für die Zukunft. Als Schwester-Einrichtung des Koblenzer Standortes ist das BBiZ Kleinmachnow für die Ausbildung im nördlichen und östlichen Teil der Republik zuständig. Derzeit lernen in Kleinmachnow etwa 55 Auszubildende pro Jahrgang, also 165 insgesamt, die überwiegend im eigenen Internat wohnen. Hinzu kommen knapp 2000 Teilnehmer an Fort- und Weiterbildungen im Jahr.

(Von Konstanze Wild)
MAZ
15.12.2010

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