14.02.2010: MOZ

Gut einen Meter große Kobolde aus Pappe sollen bedrohte Bäume an der Schleuse in Kleinmachnow (Potsdam- Mittelmark) schützen. Wegen des Ausbaus des Teltowkanals sollen rund 90 alte Bäume gefällt werden. Am Sonntag brachten Naturschützer 20 bunte "Havelmännchen" an den Bäumen an und hoffen nun auf deren Erhalt. Bei ähnlichen Aktionen an der Spree in Berlin und am Sacrow- Paretzer Kanal hätten so alte Baumbestände gerettet werden können, sagte Winfried Lücking, Leiter des Flussbüros beim Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund), der Deutschen Presse-Agentur dpa. An der Protestaktion nahmen den Angaben zufolge rund 60 Menschen teil.

Laut Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost soll die Schleuse auf 190 Meter verlängert und für große Schiffsverbände passierbar werden. Auch die Variante einer 115 Meter langen Schleusenkammer sei geprüft worden, hieß es in der Mitteilung des Amtes. Die Entscheidung für die längere Kammer sei von Gemeinden, Bürgerinitiative und Naturschutzverbänden akzeptiert und auf Klagen verzichtet worden. Durch die Umbauten änderten sich die Wasserstände im Kanal nicht. Die alte Schleuse bleibe als Denkmal erhalten. Wegen der Bauarbeiten müssten Ufer abgegraben und Bäume gefällt werden.

Bürgerinitiative und Umweltschützer wollen den ihrer Ansicht nach "überdimensionierten Ausbau" der Schleuse stoppen. Sie befürchten, dass das Amt die notwendige Sanierung der Schleuse gleich zu deren Ausbau nutze. Das naturnahe Ufer des Teltow-Kanals würde dadurch in eine Industrielandschaft verwandelt, hieß es in ihrer Mitteilung.



MOZ, Sonntag, 14. Februar 2010 (15:05)

15.02.2010: BUND
14.02.2010: rbb-online