13.01.2009: De Binnenvaartkrant

Protest gegen überdimensionierten Ausbau Schleuse Kleinmachnow

Die künftige Nordkammer der Schleuse Kleinmachnow im Teltowkanal soll 190 Meter lang werden, doch manche halten das für übertrieben. In einem ‘Appell an die Vernunft’ fordern Politiker und Privatpersonen aus der Region Bundeskanzlerin Merkel und Bundesverkehrsminister Tiefensee auf, die Ausbaupläne zu überdenken. Auch die Landesregierung, ebenfalls Befürworter eines großen Schleusenausbaus, hat eine Kopie des Appells bekommen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Jens Klocksin und die Bundestagsabgeordneten ornelia Behm (Grüne) und Katherina Reiche (CDU) stellten den Appell Mitte Dezember
gemeinsam vor. Sie möchten die Ausbauplanung neu diskutieren und mehr Planungssicherheit für die Region bekommen. Dabei sei der Appell nicht gegen die Binnenschifffahrt gerichtet. „Wir befürworten die Binnenschifffahrt als umweltfreundliches Transportmittel.“ Allerdings halten die Politiker den etwa 50 Millionen Euro teueren geplanten Schleusenausbau auf 190 Meter für überdimensioniert.
„Das macht weder wirtschaftlich noch ökologisch Sinn, zumal weder davor noch dahinter Schleusen in vergleichbarer Größe existieren und der Eingriff in die Kanallandschaft unverhältnismäßig groß wäre. Deshalb fordern wir die Sanierung des Teltowkanals und den Ausbau für Schiffe der Wasserstraßenklasse IV.“
Der Ausbau der Schleuse Kleinmachnow gehört zum Verkehrsprojekt 17 Deutsche Einheit, mit dem die Wasserstraßen von Magdeburg nach Berlin für Schiffe der Wasserstraßenklasse Vb ausgebaut werden sollen. 115 Meter reicht Jens Klocksin hatte die Dimensionen dieses Projektes in der Vergangenheit bereits mehrmals in Frage gestellt. „Vor sieben Jahren hat sich der Berliner Senat vom Osthafen verabschiedet. Der Güterverkehr wird nunmehr über den Westhafen und das GVZ Wustermark abgewickelt, der Teltowkanal wurde auf Wasserstraßenklasse IV zurückgestuft. Da drängt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Schleusenausbaus auf 190 Meter auf. Wenn künftig nur kleine Schiffe den Teltowkanal befahren können, brauchen wir auch nur eine kleine Schleuse.“ An Land und Bund appellieren die Ausbaugegner deshalb, die künftige Schleusenkammerlänge auf 115 Meter zu reduzieren.
Im Frühjahr 2008 war die Nordkammer der Schleuse Kleinmachnow gut einen Monat für die Schifffahrt gesperrt. Grund waren Sicherungsmaßnahmen am Ufer des unteren Vorhafens. Beim Ersetzen der Stahlspundwand stellten die Arbeiter bereits den planfestgesellten Ausbauzustand der neuen Nordkammer her, so dass man im Zuge des weiteren Ausbaus nicht noch einmal heran muss. Das zuständige Wasserstraßen- Neubauamt Berlin argumentiert damit, dass sich das Güteraufkommen auf dem Teltowkanal seit 2003 nahezu verdreifacht hat. An der Schleuse Kleinmachnow seien 2007 über 1,1 Millionen Tonnen und somit 66 Prozent mehr als 2006 abgefertigt worden.

Quelle

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