08.03.2010: MAZ

Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände wollen ihren Protest gegen den Ausbau der Kleinmachnower Schleuse auf 190 Meter weiter fortsetzen. Jüngste Äußerungen aus dem Bundesverkehrsministerium hätten die Ausbaugegner in ihrer Position bestärkt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Initiativen. Der Protest werde „von breiten Bevölkerungsschichten in der Region unterstützt“.

Umweltschädliche Vorstellungen
Wie berichtet, hatte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) den Ausbaugegnern „umweltschädliche Vorstellungen“ vorgeworfen. Der von ihnen favorisierte kürzere Ausbau auf 115 Meter würde Koppelstellen bedingen und damit zu umfangreichen Uferabgrabungen am Teltowkanal führen.
Dies sei „ein Scheinargument“, widersprechen die Umweltschützer. „Nach der maßgeblichen Richtlinie für Schleusenhäfen benötigen Koppelstellen nicht zwingend einen Landanschluss.“ Sie könnten demnach wie bisher auch „durchaus im Wasser bleiben“. Mit „leicht verschobenen Wartestellen“ seien für die 115-Meter-Variante „nur minimale Landabgrabungen erforderlich“.

Kanal nicht ausgelastet
Eine Großschleuse sei auch ökonomisch „nicht vertretbar“, so die Ausbaugegner. Der Teltowkanal sei nur zu 20 Prozent ausgelastet. Durchschnittlich fünf Güterschiffe würden den Kanal täglich nutzen, Tendenz sinkend. Eine 190–Meter-Kammer sei demnach überflüssig.
Für den Ausbau der Schleuse auf 190 Meter besteht bereits Baurecht. Baubeginn soll im Herbst sein, dann werden laut Schifffahrtsbehörde auch die ersten Bäume unterhalb der Neuen Hakeburg gefällt.
Insbesondere dagegen wehren sich die Bürgerinitiativen. Sie verweisen darauf, dass es sich um wertvolle Bäume handle und um ein Gebiet, dass von Kleinmachnowern zur Naherholung genutzt wird.

sti
MAZ, 8.3.2010

03.03.2010: PNN
08.03.2010: Presseerklärung